Im Licht einer Straßenlaterne
Zwei Männer in tiefschwarzer Kluft
Sie stehen, betrachten die Sterne
Sind eins mit der eisklaren Luft
Ein Seufzer, die Wolke aus Atem
Steigt auf und verschwimmt in der Nacht
Worauf diese Herren wohl warten?
Hab' ich im Vorbeigeh'n gedacht
Es ist schon nach zwölf, es wird kälter
Ich schreite verschlossen und stolz
Sie grüßen nicht, obgleich ich älter
Ich lächle und denke was soll's
Und als ich die Wohnung betrete,
Da flüster ich leise: Ich bin's
Und geh' vor der grauen Tapete
Gleich zu meinem Sessel am Sims
Der schimmernde Schnee weht wie Asche
Durchs Fenster, das ich wohl nicht schloss
Legt sanft sich auf Glas und die Flasche
Aus der sich das Feuer ergoss
Im Licht einer Straßenlaterne
Ein paar Meter grauer Asphalt
Die Wolken verdecken die Sterne
Ein Nachtvogel ruft aus dem Wald
Die Männer steh'n immer noch, schweigend
Am Straßenrand, am gleichen Ort
Ein Auto fährt vor und sie steigen
Hinein, aber sagen kein Wort
Das Rücklicht verschwimmt in der Ferne
Das Dröhnen des Motors verklingt
Wie hab ich das Dunkel so gerne
Wenn alle Welt nur für mich singt
Freitag, 23. Oktober 2020
Neuental
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